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Fraunhofer-Magazin 4.1999 |
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Spektrum
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Der Wind, der Wind, das himmlische Kind Ein-Klick ins Gesundheitswesen Altes Glas - Neuer Werkstoff Forschung, die unter die Haut geht Plasma im Beutel Roboter als mobile Infosäulen
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Der Wind, der Wind, das himmlische Kind Experten erwarten, dass sich die Zahl der Windturbinen
in Deutschland bis Ende des Jahres von 6 400 auf 7 200 erhöhen wird. »Die
Planung von Windkraftanlagen setzt genaue Kenntnisse der Windverhältnisse
am Standort der Anlage voraus. Es ist wichtig zu wissen, wie stark der
Wind in welcher Höhe weht«, erläutert Prof. Dr. Klaus Schäfer vom
Fraunhofer-Institut für Atmosphärische Umweltforschung IFU
in Garmisch-Partenkirchen. Um geeignete Standorte zu
finden, setzt das IFU Fernerkundungsmessung und Computersimulation ein.
Die Messergebnisse verknüpfen die Forscher mit Computersimulationen und
leiten daraus Windfelder ab. »Dieses Vorgehen ermöglicht die gleichzeitige
Beurteilung größerer Flächen bei der Standortsuche sowie die Bewertung von
Alternativstandorten ohne Messaufwand«, erklärt Prof. Dr. Schäfer.
»Zudem kann mit der nummerischen Modellierung auch festgestellt werden,
wie Klimaänderungen die regionalen Windverhältnisse beeinflussen. Das sind
wichtige Informationen, um Aussagen über die Nutzungsdauer von
Windkraftanlagen zu treffen.«
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Die Gesundheitsplattform »www.deutschlandmed.de« dient
dem schnellen Informationsaustausch für medizinische Laien und
Experten.
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Ein-Klick ins
Gesundheitswesen DeutschlandMed - ein gemeinsames Projekt von
Ärzten, Krankenhäusern, medizinischen Gesellschaften,
Patientenorganisationen und Kommunikationsspezialisten - geht Mitte
Oktober online. Dort werden Informationen über das Gesundheitswesen
öffentlich zugänglich gemacht. Ein Teil davon ist das
Qualitätsmanagementsystem WFQM, entwickelt vom Fraunhofer-Institut für
Produktionstechnik und Automatisierung IPA zusammen mit der euromed
akademie. WFQM ist eine ständig wachsende Datenbank, die den Unternehmen
hilft, ein umfassendes Qualitätsmanagement einzuführen. Wenn Patient und
Arzt zustimmen, werden die Patientendaten in einer Datenbank gespeichert.
Autorisierte Personen können jederzeit auf diese Informationen zugreifen.
Dadurch lassen sich kostspielige Doppeluntersuchungen vermeiden, Diagnosen
schneller erstellen. DeutschlandMed ist ein interaktives
Kommunikationsmedium: Ärzte können Erfahrungen austauschen, mit den
Krankenkassen abrechnen, Betroffene Kontakt zu Selbsthilfegruppen
aufnehmen.
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 Der Werkstoff REAPOR
besteht zu 90 Prozent aus Altglas. |
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Altes Glas - Neuer Werkstoff
Dämmmaterialien zum Schall-, Wärme- oder Brandschutz
spielen eine wichtige Rolle im modernen Bauen. Forscher des
Fraunhofer-Instituts für Bauphysik IBP in Stuttgart entwickelten den
faserfreien Werkstoff REAPOR, der hochstabil und dennoch leicht ist. Er
dämmt Wärme und Kälte, absorbiert Schall und ist sehr umweltfreundlich.
Der Grundstoff für REAPOR ist das Blähglasgranulat Liaver, ein
kugelförmiger Leichtbaustoff, der aus Altglas hergestellt wird. Bei der
Produktion von REAPOR wird das granulierte Blähglas erhitzt und
Hilfsmittel hinzugegeben. So entstehen an den Berührungspunkten, durch
eine begrenzte Glasschmelze, stabile
Verbindungen.
Am IBP in Stuttgart besteht bereits eine Pilotanlage. Dort werden
REAPOR-Platten für ein mobiles Trennwandsystem der Firma Preform
Raumgliederungs-GmbH produziert. Diese Vorserie wird unter anderem in
Großraumbüros eingesetzt. Schon nächstes Jahr läuft beim Umsetzungspartner
Lias-Franken Leichtbaustoffe GmbH & Co. KG in Ilmenau die
Großfertigung an.
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 Mit dem Testsystem AST-2000 können
Substanzen auf Hautverträglichkeit und Wirkung untersucht
werden. Foto © Fraunhofer IGB
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Forschung, die unter die Haut geht
Bevor Kosmetika und pharmazeutische
Wirkstoffe auf den Markt kommen, müssen sie auf ihre Hautverträglichkeit
und Wirkung untersucht werden. Als Alternative und Ergänzung zu den oft
unvermeidlichen Tierversuchen werden bislang Tests an Zellkulturen oder
tierischem Biopsiematerial gemacht. Nachteil dieser Verfahren: Ihre
Aussagekraft ist oft ungenau.»Eine bessere Ergänzung zu Tierversuchen sind
organotypische Kulturen - eine Art künstliche Haut - etwa dreidimensionale
humane Hautmodelle«, erläutert Dr. Thomas Graeve. Dem Forscher vom
Fraunhofer-Institut für Grenzflächen und Bioverfahrenstechnik IGB
ist es gelungen, aus menschlichem Biopsiematerial
ein solches dreidimensionales Vollhautmodell zu entwickeln. Das
Haut-Testsystem AST-2000 kommt in seiner Struktur und Funktion der
lebenden Haut sehr nahe.
Mit dem AST-2000 sind immunologische, histologische,
pharmakologische und molekularbiologische Untersuchungen möglich. Die
Forscher wollen das Testsystem künftig noch
erweitern.
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 Metallteil zur Plasmafeinreinigung in einer
Verpackung.
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Plasma im Beutel Aktivierte Kunststoff- oder
saubere Metalloberflächen lassen sich besser lackieren, verkleben oder mit
Flüssigkeiten benetzen. Ein erprobtes und effizientes Verfahren dafür ist,
sie mit einem Niederdruckplasma zu behandeln. Dabei werden die Werkstücke
unter verringertem Druck einer elektrischen Entladung ausgesetzt. Die
dadurch hervorgerufenen Eigenschaften sind jedoch sehr sensibel: Das
Berühren mit der Hand oder Öldämpfe in der Werkhalle führten bisher häufig
dazu, dass die Oberfläche wieder verunreinigt wurde und den Effekt ganz
oder teilweise zunichte machte. Dieses Problem entfällt bei dem Verfahren
aus dem Fraunhofer-Institut für Angewandte Polymerforschung IAP in Teltow.
»Zuerst verpacken wir das gewünschte Teil, beispielsweise eine
Mikrotitterplatte, wie sie bei medizinischen Analysen verwendet wird,
vakuumdicht in einer Polymerfolie«, erklärt Dr. Andreas Holländer vom IAP.
»Danach wird sie in die Prozesskammer gelegt. Dort erzeugen wir einen
Unterdruck. Der Trick ist nun, dass der Druck in der Kammer niedriger ist
als der Druck in der Tüte. Dadurch bläht sich die flexible Polymerfolie
wieder auf.« Nun kann das Plasma gezündet werden. Die Oberflächen
werden gereinigt oder aktiviert. Wird der Druck wieder normalisiert,
befindet sich in der Verpackung ein sauberes Werkstück oder eine keimfreie
Platte, die direkt an die Labors oder Arztpraxen geliefert werden kann.
Die Unversehrtheit der Oberflächen oder deren Sterilität ist auf diese
Weise leicht zu überprüfen. Denn wenn die Vakuum-Verpackung defekt
ist, liegt sie nicht mehr eng an und bläht sich auf. So verpackt lassen
sich auch sensible Werkstücke problemlos transportieren und
lagern.
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Roboter als mobile Infosäulen Auf der EXPO 2000 werden 72
mobile Objekte mit transparenten Glaskuppeln die Besucher der
Ausstellung »Wissen, Information, Kommunikation« in Staunen versetzen. Die
Roboter, perfekt geformte bionische Wesen, werden wie ein natürlicher
Schwarm durch die Halle 4 gleiten und miteinander »kommunizieren«. Denn
unter ihrer lichtdurchlässigen Schale befinden sich
Projektionseinrichtungen, mit deren Hilfe Bilder von innen auf die
Kuppeloberfläche geworfen und Geräusche erzeugt werden können. Der
»Bewegungsapparat« - ein herkömmlicher Rollstuhlmotor, Gummireifen, eine
Bodenplatte und zwei LKW-Batterien - ist nicht sichtbar. »Gelenkt« werden
die Roboter über ein neuartiges Leit- und Steuerungssystem, das vom
Fraunhofer-Institut für Materialfluss und Logistik IML
in Dortmund entwickelt wird. Durch spezielle Sensoren
können die mobilen Objekte in der 4 000 Quadratmeter großen Halle ihre
Position bestimmen und Menschen von anderen Objekten unterscheiden. »Je
nach Situation weichen die mobilen Roboter aus oder bilden mit
ihresgleichen unterschiedliche Formationen«, beschreibt Dipl.-Ing. Hubert
Büchter vom IML das Szenario. Besucher können die Roboter einfach auf sich
zurollen lassen und Zukunftsgeschichten zum Thema »Wissen, Information,
Kommunikation« erfahren. In Bild und
Ton.
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© 1999
Fraunhofer-Gesellschaft |
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